Maat - Prinzip der Gerechtigkeit

Unter der ägyptischen Göttin Maat wird zweierlei verstanden:

  1. Maat als Prinzip der Gerechtigkeit (als ein lebendiges Prinzip).
  2. Maat als ägyptische Göttin.

Maat als Prinzip der Gerechtigkeit

Ägyptische Göttin Maat

Alles, was ist, lebt und geschaffen wurde, gründet auf Maat. Damit ist das Prinzip der Ausgewogenheit angesprochen. Alle Kräfte müssen richtig ausgewogen sein, damit die Welt bestehen kann. Das ist für die Ägypter gleichbedeutend mit dem Führen eines gemeinschaftliches Leben in einer funktionierenden gesellschaftlichen Ordnung.

Oft wird der Zustand der Maat mit Recht, Gesetz, Wahrheit und Gerechtigkeit in Verbindung gebracht. Das trifft aber nicht ganz den Kern ihrer Bedeutung. Manche sprechen von richtigen Handlungen, was ihrer Bedeutung näher kommt.

Alles, was getan wird, hat Konsequenzen. Das ist das Gesetz der Maat. Egal was ein Mensch tut, ob er ein moralisches oder unmoralisches Leben führt. Die Konsequenzen hat er selbst zu tragen. Insofern zielt ein gerechtfertigtes Leben bzw. richtiges Handeln immer auf das Leben nach dem Tod. Wer sein Leben rechtfertigen kann, wird weiterleben. Wer dies nicht kann, wird endgültig sterben.

Maat selbst ist Teil der Weltschöpfung. Alles, was existiert und sinnlich erfahren werden kann, ist Maat. Dabei kann es sich z.B. um den eigenen Körper, die Kleidung, das Essen etc. handeln. Diese Betrachtungsweise ist verständlich, denn alles, was ein Mensch zu sich nimmt, hat seine Konsequenzen. Wer sich ausgewogen ernährt, wird entsprechend leistungsfähiger sein, etc.

Auch das Opfer selbst ist Maat. In manchen Texten wird sie als Nahrung des Re beschrieben, gleich der Fische, die dem Nil als Nahrung dienen. An kultischen Stätten wurde deshalb das Bildnis der Maat geopfert. Über die Bedeutung dieser Handlung ist viel gerätselt worden.

  • Zum einen mag die Handlung darauf abzielen, dass Maat für die Ordnung der kultischen Handlungen selbst steht.
  • Zum anderen stärkt man die Kraft des entsprechenden Gottes, wenn man ihm die Maat opfert, gleich einer Nahrung, die ebenfalls neue Kräfte verspricht.
  • Des Weiteren wird mit dem Opfer der Maat, Ordnung in das Chaos gebracht, also das, was positive Konsequenzen erwarten lässt.

Im Jenseitsgericht spielt die Maat eine entscheidende Rolle. Jeder, der vor der Gottheit bestehen will, muss Maat in sich haben. Hier wird ein bestimmter Zustand angesprochen. Er ist primär vom eigenen gelebten Leben abhängig und nicht von äußeren Mitteln. Wer Maat in sich hat, wer die Maat spricht, wer Maat in sein eigenes Herz gesetzt hat, kann mit ihrer Unterstützung beim Totengericht und damit mit einem ewigen Leben rechnen.

Aber nicht nur die göttliche Weltordnung, sondern auch die irdische Ordnung steht unter ihrem Zeichen. Der König wird "Geliebter der Maat" genannt, denn er lebt nach ihrem Gesetz. Insofern besteht seine Aufgabe darin, das Unrecht zu bekämpfen. Das tut er, indem er Maat an dessen Stelle setzt.

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