Neith - ägyptische Schutzgöttin

Schutz der Toten

Neben Neiths Funktion als Kriegsgöttin (siehe Kapitel: Neith - Göttin des Krieges) wurde sie als Schutzgöttin verehrt. Das dürfte mit ihrem kriegerischem Wesen zusammenhängen. Die ägyptische Göttin Neith schützt den Schlafenden. Sie verfügt über Zauberformeln, die vor dem Bauen von Gebäuden gesprochen wurden.

Des Weiteren scheint ihr Schutz auch die Heilkunst zu umfassen. Eine Inschrift gibt Zeugnis über die Heilkunst in Sais und in Heliopolis.

Ihre Aufgabe umfasst den Schutz der Toten. Neith gehört mit Isis, Selket und Nephthys zur Vierheit der Schutzgöttinnen. Sie hielten Wache am Lager des Osiris. Mit ihren ausgebreiteten Händen, die teils als Flügel dargestellt wurden, bilden sie gemeinsam einen magischen Kreis der Vierheit. Damit soll das Böse, welches aus allen vier Himmelsrichtungen kommen kann, abgewehrt werden. Ihre Gesichter blicken in Richtung des Toten.

Sie sind auch für den Schutz der Kanopen zuständig. In den Kanopen befanden sich die Eingeweide des Verstorbenen. Neith wurde zumeist die Kanope des Duamutef zugewiesen, in der sich der Magen des Verstorbenen befand (siehe Kanopengötter).

Später wurde Neith mit einem Beinamen versehen: "Herrin des Balsamierungshauses". Sie wirkt ihren Schutz durch die Binden, mit denen man die Toten einwickelte. Den Grund Neith als Schutzgöttin der Weberei anzusehen, vermutet man in ihren Haupt-Kultort Sais. Sais war ein Zentrum der Gewebefabrikation. Eine Beziehung zur Webe-Kunst allerdings konnte durch keine Schrift belegt werden. Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass ihr rechteckiges Symbol ein Webe-Schiffchen darstellen soll.

Neith und Osiris

Als Schutzgöttin der Toten entstand eine enge Verbindung zu Osiris. Als Stadtgöttin von Sais wird diese Bindung noch bekräftigt. Denn in Sais hatte Osiris eine wichtige Funktion inne. Deshalb verwundert es nicht, dass Neith mit dem Mythos seiner Wiederauferstehung in Zusammenhang gebracht wird. Ihre Verbindung zum Mythos wurde durch die Kuh hergestellt. Als Kuh stellt Neith Osiris wieder her. Neith ernährt ihn und wird damit zu seiner Mutter. Auch verschmilzt man sie in diesem Zuge mit der Sonnenscheibe selbst: mit Atum. Denn die Himmelskuh gebiert die Sonne täglich aufs Neue.

Mit Isis verschmolz Neith nicht wirklich, obwohl sie einige Male als Isis bezeichnet wird. Durch ihre Nähe zu Osiris entstand zwangsläufig eine Nähe zu Isis.

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