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Das Krokodil im Alten Ägypten

Das Krokodil wurde im Alten Ägypten als heiliges Tier verehrt. Sein Kult breitete sich weit über Ägypten aus, denn man fand zahlreiche mumifizierte Krokodile in den unterschiedlichsten Gebieten.

Krokodil, das Tier von Sobek

Sobek, der Krokodilgott
Krokodilgott Sobek

Seine Beliebtheit hat es dem mächtigen Krokodilgott Sobek zu verdanken.

Nil, der Schweiß der Krokodile

Im Volksglauben bestand der Nil aus dem Schweiß der Krokodile. Durch den Anstieg des Nilwassers beobachteten die Alten Ägypter eine immer größer werdende Menge von Krokodilen. Mit diesem immensen Anstieg ihrer Zahl wurde eine reiche und fruchtbare Ernte in Zusammenhang gebracht. Deshalb war das Krokodil in Gestalt von Sobek ein Fruchtbarkeitsgott.

Schutzherr des Wassers

Sobek war der Schutzherr des Wassers, also der Seen, Flüsse, Sümpfe, etc. Deshalb waren Schutzamulette und Krokodil-Figuren bei den alten Ägyptern sehr beliebt. Sie schützen vor den Gefahren im Wasser und besaßen enorme Regenerationskraft. So machte man sich das Krokodil zunutze, indem man es um Schutz vor den Gefahren des Wassers anrief. Das Krokodil schützte also den Alten Ägypter davor, von einem Krokodil angegriffen zu werden.

ägyptisches Tierlexikon - Krokodil

Das Krokodil war ein sehr gefährliches Tier. Es erhielt aber weitere freundliche Wesenszüge, indem man Sobek mit dem Sonnengott Re verschmolz. Als Sobek-Re erhielt es Attribute der Sonnenscheibe und den Falkenkopf. Er galt seitdem auch als Schöpfergott.

Neith – Mutter von Krokodilen

Auch Neith steht in einer engen Beziehung zum Krokodil. Schon sehr früh galt sie als die Mutter des Sobek und ist auf Abbildungen zu finden, wo sie zwei Krokodile säugt.

Krokodil als Tier des Seth

Trotz seines Status als Gott galt das Krokodil in einigen Gebieten, wenn auch sekundär, als ein Tier des Seth. Das dürfte leicht nachvollziehbar sein, denn es handelt sich um eines der gefährlichsten Tiere. Deshalb wurde es auch von den Alten Ägyptern gefürchtet, denn es richtete erheblichen Schaden an. Seine Glyphe wird mit „gefräßig“ bzw. „gierig sein“ übersetzt. Insofern wird dem Krokodil mit Respekt und Furcht begegnet.

Durch die Schrecklichkeit des Krokodils wurde die Unterwelt mit ihnen bevölkert. Auch im Totengericht trägt die Verschlingerin Züge eines Krokodils.

Krokodil-freundliche und -feindliche Gauen

Es gab Gauen im Alten Ägypten, die dem Krokodil feindlich gegenüberstanden. Doch sie vermochten es nicht, den Kult des Krokodils einzudämmen. Heilige Krokodile wurden gefüttert und mit Fußringen und Ohrringen geschmückt.

Je mehr das Krokodil verehrt wurde, desto schärfer traten auch die Gegensätze zwischen den Krokodil-freundlichen und -feindlichen Gauen hervor. Während man im ersten Fall die Krokodile huldigte, wenn sie einen Menschen verschlangen, verfolgte man sie gnadenlos im letzteren Fall. Man begnügte sich nicht, sie zu töten, sondern ließ sie einen qualvollen Tod sterben. Hier galten die Krokodile als die Feinde des Gottes.

Quellen

  • Bonnet, Hans (2000), „Reallexikon der ägyptischen Religionsgeschichte“, 3. unveränderte Auflage, Nikol Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG Hamburg, Seite 392 bis 394 (Krokodil).
  • Wikipedia (zuletzt aktualisiert: 2021, 23. September) „Sobek (ägyptische Mythologie)“ (Stand: 03.11.21).

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