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Ägypten-Götter – Sachmet

Die ägyptische Löwengöttin Sachmet (auch Sechmet oder Sekhmet) ist von ihrem Wesen her sehr kämpferisch veranlagt und wird daher gefürchtet. Ihr Name bedeutet: „Die Mächtige“.

Bildliche Darstellung und Herkunft

ägyptische Löwengöttin Sachmet

Die ägyptische Göttin Sachmet ist eine Löwengöttin. Sie wurde neben der Darstellung als Löwe, menschlich abgebildet, mit dem Kopf eines Löwen. Auf ihrem Kopf befand sich meistens die Sonnenscheibe mit der Uräus-Schlange.

Wo ihre ursprüngliche Heimat lag, darüber kann heute nur gemutmaßt werden. Ihr Hauptkultort lag jedoch in Memphis. Als Ortsgöttin wurde sie dort als „geliebt von Ptah“ verehrt. Sie war seine Gemahlin und Mutter von Nefertem, später von Imuthes. Mit Ptah und Nefertem bildet sie die Triade von Memphis.

Ihr Kultort in Memphis war für ihre Funktion als Mutter des Königs ausschlaggebend. Durch die enge Beziehung zum König wird Sachmet wesentlich wichtiger als alle anderen Löwengötter. Mit einigen verschmilzt sie. Sachmet verschmilzt z. B. mit Schesemtet (bzw. Schesmetet) und Bastet, der Katzengöttin. Die Gründe dafür liegen aber im Dunkeln.

Sachmet: Löwengöttin und Kriegsgöttin

Ihr Wesen lässt sich leicht anhand ihres Tieres bestimmen. Die Löwengöttin Sachmet ist in ihrer Hauptfunktion eine Kriegsgöttin. Sie ist eine Göttin, die Frevler vernichtet. Auch bekämpft sie Dämonen und Kräfte, die sich gegen die Götter stellen. Sie tötet die Feinde des Re und des Osiris. Auch Apophis wird von ihr vernichtet.

Nicht nur den Göttern, auch dem König steht sie kämpferisch zur Seite. Sie verbreitet Furcht und Schrecken. Die Kampfkraft des Königs wird gern mit der Kampfkraft der Sachmet verglichen. Sachmet kämpft mit Pfeilen, mit denen sie die Herzen der Feinde durchbohrt. Sie kämpft auch mit der Glut des Feuers. Sie verbrennt alles, was sich ihr in den Weg stellt. Sachmet kann wie eine Feuerbrunst wüten. 

Dadurch steht sie in enger Beziehung zum Feuer speienden Uräus, der Stirnschlange des Königs. Später wird sie mit der Uräusschlange gleich gesetzt. Damit befindet sie sich direkt an der Stirn des Königs – eine gefährliche Waffe. Sachmet wird in Legenden über das Sonnenauge selbst zum Sonnenauge des Re. Dadurch verschmolz sie mit der Löwengöttin: Tefnut.

Im Mittleren Reich entstand eine enge Verbindung zwischen Sachmet und Mut. Mut war in Theben beheimatet. Es war wohl ein Bedürfnis der Ägypter, die Götter der alten und neuen Residenz zu vereinigen. So geht Sachmet fast vollständig in Mut auf. Trotz der Übertragung der Löwengestalt und ihres Namens wird Mut-Sachmet weiterhin als Mut verehrt.

Ägyptische Göttin des Zaubers

Ägypten-Götter - Löwengöttin Sachmet

Als kämpfende Göttin gilt Sachmet auch als Göttin des Zaubers. Sie schickt ihre Pfeile nicht nur gegen irdische Feinde, sondern auch gegen Dämonen und böse Mächte. Priester, die Schadenszauber wirkten, galten als die Priester der Sachmet.

Als Uret-hekau, „die Zauberreiche“ entstand eine enge Beziehung zu Ärzten. Denn ein Arzt musste Magie und Heilkunst beherrschen. Ärzte wurden manchmal als Priester der Sachmet angesprochen.

Obwohl Sachmet eine wichtige Rolle für die Ärzte spielte, galt sie auch als jemand, der Krankheiten schickt. Seuchen, welche (fast jedes Jahr) Epidemien auslösten, wurden von ihr verursacht. Vermutlich hat man die Winde der Wüste, die als die Heimat der Göttin galt, als Erreger und Überträger der Krankheit verstanden.

Die ägyptische Löwengöttin Sachmet galt als unberechenbar, was ihrem Wesen des Löwens entspricht. Man versuchte ihr Wüten zu besänftigen, indem man eigens dafür Rituale zelebrierte. Auch gab es Schutzamulette, die sie besänftigen sollten.

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Quellen

„Relief mit Sachmet und Isis bzw. Hathor.“ Beitragsbild von Jean ENRICH auf Pixabay.

  • Bonnet, Hans (2000), „Reallexikon der ägyptischen Religionsgeschichte“, 3. unveränderte Auflage, Nikol Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG Hamburg, Seite 643 bis 646 (Sachmet).
  • Wikipedia (zuletzt aktualisiert: 2021, 23. Juli) „Sachmet“ (Stand 02.11.21).
  • Helck, Wolfgang und Otto, Eberhard (1999), „Kleines Lexikon der Ägyptologie“, 4. Auflage, MZ-Verlagsdruckerei GmbH, Memmingen, Seite 253 (Sachmet).

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