Neith - Göttin des Krieges

Ägypten-Götter - Neith

Bei der ägyptischen Göttin Neith handelt es sich um eine sehr alte Göttin, die im Laufe der Zeit an Bekanntheit verlor. Sie wurde menschlich dargestellt und trägt als Kopfschmuck meist die Krone Unterägyptens.

Ihr Name lässt eine Verbindung zu Unterägypten vermuten, was auch ihr Kultort "Sais" zu bestätigen scheint.

Neith - Königsgöttin

In Sais gab es ein "Haus der Biene", das Zeichen des unterägyptischen Königs, Osiris. Neith wird als seine "Vorsteherin" bezeichnet. Sie muss in der Vorzeit eine sehr wichtige Rolle gespielt haben.

Später tritt sie deutlich in den Hintergrund. Das dürfte auch damit zusammenhängen, dass Sais selbst an Bedeutung verlor. Denn die Aufmerksamkeit wurde auf Oberägypten gelenkt. Als Sais in der 26. Dynastie wiederum zur Hauptstadt wurde, blühte auch der Kult Neiths erneut auf. Sie wird zur Königsgöttin, welche dem Herrscher die Krone übergibt.

Dennoch hängt ihre Bekanntheit nicht nur mit politischen Ereignissen zusammen, sondern ist in ihrem Wesen zu suchen, was alte Texte bezeugen.

Göttin des Krieges

Ihre ursprünglichen Wurzeln weisen Neith als Kriegsgöttin aus. Das passt zu ihrem Kultsymbol: zwei sich kreuzende Pfeile, teils mit Bogen und teils mit Schild, die sie in ihrer Hand hält. Manche Schriften deuten an, dass sie die Pfeile erschaffen hat. In einigen Abbildungen trägt sie beide Pfeile als Kopfschmuck.

Ein weiteres Symbol, welches Neith gegeben wurde, gab Anlass zu Spekulationen. Es handelt sich um ein rechteckiges Gebilde, mit zwei hakenähnlichen, sich verzweigenden Teilen. Sie sind an den schmalen Seiten des Rechtecks angebracht. Es gibt hierfür keine zufriedenstellende und sichere Deutung. Manche sehen in dem Symbol ein Bogenfutteral, was passen könnte, andere wiederum ein Webe-Schiffchen, (welches man zum Weben von Stoffen und Teppichen verwendet), was aber eher unwahrscheinlich ist.

In den Texten wird Neith gerne als jemand bezeichnet, der "die Wege öffnet". So schreitet sie als Kriegsgöttin voran, gefolgt vom König und seiner Heere. Sie segnet die Waffen, nicht nur für den Krieg, sondern auch für das Jagen von Tieren.

Göttin des Wassers und Mutter des Sobek

Ein anderer Wesenszug war noch wichtiger. Neith galt schon in sehr alten Schriften als Mutter des Sobek (auch Suchos genannt), des Krokodilgottes. Neith wird die "Herrin des Meeres" genannt bzw. Göttin des Wassers, oder gar Tochter des Nils. Damit kam sie in die Nähe der kuhköpfigen Göttin Methyer und verschmolz mit ihr. So wurde sie selbst auch als Kuh dargestellt. Da die Kuh mit der Himmelskuh gleichgesetzt wurde, ist Neith die Mutter des Re, Urgöttin, aus der alles entstand. Sie wird teils mit Amaunet identifiziert und zur Begründerin der Achtheit.

Die Namenskombination: Suchos-Neith zeigt ebenfalls den Beginn der Schöpfung an. Im alten Ägypten war es unüblich, einen weiblichen mit einem männlichen Namen zu kombinieren. Es gab nur einen Grund dies zu tun. Man wollte damit ausdrücken, dass es vor der Schöpfung weder männlich noch weiblich gab.

Neiths Eigenschaft als Schutzgöttin habe ich ein eigenes Kapitel gewidmet: Neith - Schutzgöttin.

Zurück zum Götterlexikon

Kommentare (0)

    Kommentar schreiben

    Mit dem Absenden des Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung zu.