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Die Gans im Alten Ägypten

Die Gans hatte im Alten Ägypten zwei Bedeutungsrichtungen. Ihr Wesen war daher zwiespältig. Positiv mit ihr verknüpft, wurde die Ei-Symbolik. Auf der anderen Seite war sie das beliebteste Opfertier und das bedeutete, dass sie zum Götterfeind wurde. Denn die feindlichen Mächte mussten symbolisch durch das Opfern vernichtet werden.

Elterliche Fürsorge

Die Gans im Alten Ägypten

Die Gans wurde im Alten Ägypten vom Volk geachtet, denn ihre Glyphe steht oft für das Wort „Sohn“. Das ist auf ihr Wesen zurückzuführen, da sie ein fürsorgliches Tier mit großer Elternliebe ist.

Die Gans wurde eng, wenn auch nicht primär mit Amun verknüpft. Manchmal wird Amun in seiner Funktion als Urgott von einer Gans begleitend dargestellt oder ist gar selbst in Gestalt einer Gans zu sehen. Es existieren Entstehungsgeschichten, wo Amun aus dem „Ei des großen Schnatterers“ hervorgegangen sein soll, welches im Urwasser auftauchte. Im Dunkel bleibt jedoch, wer der große Schnatterer war. Es könnte Geb sein, dessen Schriftzeichen eine Gans ist. All das sind aber nur Deutungen, die auch anders möglich sind.

Die Ei-Symbolik

Gänseeier - Symbol der Wiedergeburt
Gänseeier – Symbol für Wiederauferstehung und Geburt.

Wie viele runde Gegenstände bzw. Symbole stand das Ei für die Wiederauferstehung (und Geburt). Deshalb sind umwickelte Eier bei Mumien zu finden. Auch der Sarkophag (der innerste Sarg) wird als Ei bezeichnet, ebenso wie das Leichentuch. Immerhin war der Sarg die Hülle des neu entstehenden Lebens. Deshalb wurden den Toten gerne eiförmige Amulette mit in ihr Grab gegeben.

Den Priestern war es verboten, Eier zu essen. Auch wurden Eier als Speise nie bildlich dargestellt.

Gans als Tier des Seth

Die zweite Bedeutungsrichtung der Gans ist eher negativer Natur. Sie zählt zu den feindlichen Tieren des Horus. Damit galt sie als typhonisch, also böse und verkörperte Seth. Sie wird sogar als das Ba aller Gottfeinde bezeichnet. Insofern wurde die Gans zu einem beliebten Opfertier. Durch ihr Opfer sollten böse und widrige Mächte vernichtet werden.

Quellen

  • Bonnet, Hans (2000), „Reallexikon der ägyptischen Religionsgeschichte“, 3. unveränderte Auflage, Nikol Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG Hamburg, Seite 199 f. (Gans) und Seite 162 bis 164 (Ei).
  • Lingenhöhl, Daniel (veröffentlicht am 25.02.2021 auf Spektrum.de) „Alte Ägypter malten ausgestorbene Gans“ (Stand: 21.11.2021).
  • Owusu, Heike (1998), „Symbole Ägyptens“, Schirner Verlag, Darmstadt, Seite 267 (Gans).

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