Chnum - ägyptischer Schöpfergott

Ägypten-Götter - WiddersphinxChnums Werkzeug der Schöpfung ist eine Töpferscheibe. Sie wird ihm deshalb gerne als Weihgeschenk dargebracht. Auf ihr formt er den Leib des Kindes, bevor er es in den Leib der Mutter gibt.

Diesen Vorgang zeigen zahlreiche Abbildungen, wo der König von Chnum geformt wird. Chnum formt auf diese Art alle Menschen. Sofern die Götter geschlechtlich gezeugt wurden, formt er auch sie. Nur Götter, die sich selbst, aus sich heraus schaffen, waren ihr "eigener Chnum", wie z.B. Ptah.

In Esne entstand aus dem Geburtsgott ein großer Schöpfergott. Wieder sitzt er an seiner Töpferscheibe und erschafft aus dem Uranfang die Erde, Götter und Menschen. Auch steht ihm wiederum eine Geburtshelferin zur Seite. Es handelt sich diesmal um Menhit, die mit der Mutter der Götter: Neith verschmolz. Beide werden zu Vater und Mutter von allem, was existiert.

Das Wesen von Chnum wurde als eine Vereinigung von vier Göttern beschrieben. Man nannte sie die vier lebenden Bas (Ba=Widder+Seele). Sein Wesen bestand aus dem:

  • Ba des Re - Himmel (Elephantine, die Anfangsstadt)
  • Ba des Schu - Luft (Esne)
  • Ba des Geb - Erde (Hypselis)
  • Ba des Osiris - Unterwelt (Herur).

Den vier Bas wurden die vier Machtbereiche und seine vier Kultorte (in Klammern gesetzt) zugeordnet.

Ägypten-Götter - Widdergott und Schöpfergott ChnumSo wurde Chnum explizit mit allen vier Chnums der großen Kultstädte verwoben. Er wird entsprechend mit vier Widderköpfen dargestellt. Damit umspannt Chnum die ganze Welt durch die vier großen kosmischen Mächte: Himmel, Luft, Erde und Unterwelt.

Mit Amun, der auch zu den großen Widdergöttern zählt, hat er nur lose und örtliche Verbindung.

Engere Verbindungen bestehen zu Ptah. Chnum hat in Memphis, der Stadt von Ptah, einen eigenen Kult genossen. Beide Götter sind Bildner. Beide Götter stehen nebeneinander. Sie werden oft in Formeln miteinander verknüpft: "Chnum hat dich geformt, Ptah hat dich gebildet".

Das Wesen von Chnum hat sich immer weiter verändert. Aus römischer Zeit stammen Amulette, wo Chnubis als Schlange erscheint mit einem Löwenhaupt, der von einem Strahlenkranz umgeben ist. Diese Gestalt weicht erheblich von den vertrauten Abbildungen Chnums ab. Das nahmen Ägyptologen als Anlass, Chnubis von dem ägyptischen Chnum abzulösen.

Doch es besteht kein Grund zur Annahme, dass Götter neben Veränderungen in ihrem Wesen, nicht auch Veränderungen in ihrer Gestalt erfahren können.

Ein weiterer Artikel wurde zu Chnum verfasst: Chnum - Widdergott

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