Aton - ägyptischer Sonnengott

Sonnengott - lebensspendende Sonne

Der ägyptische Gott Aton ist der Herr aller Länder. So wie die Sonne die Welt umkreist, ist er die ganze Welt. Aton ist weder Nationalgott noch Weltgott. Er ist beides zugleich. Beides gehört zusammen. Ägypten ist die Welt - es gibt in dieser Zeit keine andere.Ägypten-Götter - Aton spendet Leben

Atons Machtbereich wurde zuerst kontinuierlich, dann mit Gewalt erweitert. Über sein Wesen ist nichts Neues zu erfahren: Alles, was lebt, kann nur leben, weil die Sonne Wärme und Licht spendet. Nur die Herrlichkeit Atons wird gepriesen, nicht seine versengende Glut oder sein verzehrendes Feuer. Atons Wesen zeugt von Liebe und Fürsorge. Von Gottesfurcht und Verboten ist nicht die Rede.

Der König selbst aber gibt durchaus sittliche Orientierung mit dem Gesetz der Maat. Hier bleibt der König den Überlieferungen treu. Das verwundert nicht, denn Maat und Re gehören zusammen. Mit seinem Drang die Wahrheit ans Licht zu bringen, stellt er sich gleichzeitig unter das Gesetz der Maat und des Re.

Atons Niedergang

Doch weiter geht Echnaton nicht. Aton bleibt mit seiner schöpferische Allmacht unantastbar und allgemein. Nicht aufgrund von Gesetzen oder Geboten, sondern aufgrund der schöpferischen Allmacht von Aton ist der Mensch auf ihn angewiesen. Vermutlich ist auch das eine der Gründe, warum nach dem Abgang des Königs seine Änderungen nicht ausreichten, seine neue Religion weiterzuführen. Mit Begeisterung und Hingabe allein lässt sich keine neue Lehre durchsetzen. Ihr fehlt der (ethische) Orientierungs- und Handlungsaspekt, welcher erst eine Religion begründet. 

Mit Güte, Freundlichkeit und gutem Willen bleibt Aton ein kosmischer Gott. Er erschuf einmalig die Welt. Es folgten keine weiteren Handlungen, weder für Aton noch für die Menschen. Damit bleibt die Gotteserkenntnis des Königs hinter der alten Religion zurück.

Ägypten-Götter - Untergang von AtonMan kann Aton nicht einmal mit einer Naturgewalt parallelisieren. Ihm fehlt der zerstörerische Aspekt, der erst die Spannung und Dynamik des Lebens wieder spiegelt. So wurde nach dem Abgang des Königs im Kampf gegen Aton die Spannung und Dynamik des Lebens wieder bewusst empfunden und offen gelebt.

Als Echnaton starb, starb ebenfalls Aton. Atons Heiligtümer wurden verlassen. Sie verödeten oder wurden zu Baumaterial verwendet. Sein Sohn Tutenchamun sagte sich von Aton los und kehrte zurück zur alten Religion. Die Hauptstadt wurde wieder nach Memphis zurück verlegt.

Zwei weitere Artikel wurden zu Aton verfasst:

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