Aton - universaler ägyptischer Gott

Der Machtzuwachs Atons

Der Schwerpunkt in der frühen Regierungszeit von Amenophis IV lag immer noch bei Re-Harachte.

Amenophis IV entwarf ein neues Bildnis. Es handelte sich um keine Umprägung eines alten Bildes. Aton wurde als sichtbare Sonnenscheibe dargestellt, dessen Strahlen herab fallen. An ihren Enden befinden sich Hände. Manchmal trug die Sonne das Symbol des Ankh (siehe Abb.). Mit diesem Bildnis verschob sich der Schwerpunkt von Re-Harachte zu Aton. Alte Traditionen fingen an, sich zu lockern.

Ägypten-Götter - Aton

Ein weiterer Schritt des Königs bestand darin, eine Stadt zu bauen: Achet-Aton. Das begründete er mit einer göttlichen Eingebung. Hier sollte sein neuer Regierungssitz entstehen. Das hatte nicht nur politische Gründe. Es mochte wohl auch ein anderer Wunsch in ihm lebendig geworden sein. Er wollte seinem neuen Gott bzw. diesem als neu empfundenen Gott eine eigene Stätte geben. Damit wurde Aton ein großer Ortsgott. In der neuen Hauptstadt konnte er nämlich eindeutig an die Spitze gestellt werden.

Noch bevor Amenophis IV in seine neue Stadt zog, änderte er seinen eigenen Namen um in Echnaton. Nicht mehr "Amun ist zufrieden" (-> Amenophis) sondern "es gefällt Aton" (-> Echnaton) bedeutet sein Name. Der Namenswechsel ist wohl der schärfste Einschnitt in der Geschichte einer Verkündung des Königs. 

Universaler Gott

Mit dem Namenswechsel wurde ein Bruch mit Amun gemacht. Erst mit seiner Namensänderung wurde Echnaton einiges klar. Er musste durch den Bruch mit alten Überlieferungen hindurchgehen. Es reichte nicht aus, den Namen Atons zu reinigen. Angriff und Verfolgung waren die notwendigen Folgen. 

Bilder und Namen von alten Göttern wurden zerstört, wo immer man sie fand. Das betraf auch das Wort "Götter". Am stärksten war die Stadt Theben betroffen. Sie war die Stadt des Hauptfeindes Amun. Alte Gebete wurden durch Gebete an Aton ersetzt, wie z.B. im Bereich des Totenkultes.

Ägypten-Götter - Aton - universaler GottEchnatons Anfangs- und Lehrformel war mit dieser Wendung nicht mehr vereinbar. Deshalb wurde sie verändert, Ihr Inhalt: "Es lebt Re, der Herrscher der beiden Horizonte, der frohlockt im Horizont, in seinem Namen als Vater des Re, der wiedergekommen ist als Aton".

Harachte und Schu wurden also herausgenommen. An dem Namen Re nahm Echnaton keinen Anstoß. Er verwendete ihn weiter. Denn Re und Aton sind eng miteinander verbunden.

Aton ist der Vater von Re, also noch ursprünglicher als Re. Außerdem ist er wiedergekommen, offenbart sich also aufs Neue explizit. Er ist gereinigt vom alten Ballast der Vermischung und Verschleierung (Verschmelzung mit anderen Gottheiten). Des Weiteren wird klar, dass es sich bei Aton nicht um eine Neuschöpfung handelt. Er ist jemand, der wieder gekommen ist.

Zwei weitere Artikel wurden zu Aton verfasst:

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