Hathor - ägyptische Göttin der Liebe

Göttin der Liebe, des Rausches und des Tanzes

Die ägyptische Göttin Hathor galt als besonders weiblich. Sie war Geliebte, Mutter und für den Kindersegen zuständig. Das lässt sich zum einen aus Weihe-Geschenken schließen, die ihr dargebracht wurden, zum anderen, etwas indirekter, aus Grabbeigaben. Dabei handelte es sich um nackte Frauenfiguren und Phallen.

Ägypten-Götter - Hathor - Göttin der LiebeBei den Frauenfiguren handelt es sich um nackte und liegende Statuen, welche meist aus Ton geformt wurden. Zu ihren Füßen lagen manchmal ein Kind und ein Paar Sandalen. In den Gräbern war eine Liege neben der Statue leer und für den Toten bestimmt. Diese Statue nannte man "Beischläferin". Auch im Jenseits sollen sie dem erotischen Verlangen des Toten dienen und seine Manneskraft erhalten.

Hathor war im irdischen Leben zuständig für den Tanz, Spiel und das Feiern von rauschenden Festen. Am Fest der Trunkenheit der Herrin von Dendera, wo ihr Haupt-Kultort lag, nähert sich der mit einem Weinkrug tanzende König der Göttin.

Die Griechen identifizierten Hathor mit Aphrodite.

Hathor galt aber auch als die Herrin des Schreckens. Sie bekämpfte die Feinde des Sonnengottes und verschmolz mit der wilden und blutrünstigen Löwengöttin: Sachmet. Ihre Wildheit wurde durch den Tanz, Wein und das Fest besänftigt oder gar erzeugt, je nachdem.

Göttin der Fruchtbarkeit

Hathor hilft bei der Geburt. Auch im Jenseits konnte man Kinder zeugen. Insofern war der Wunsch nach Kindern nicht nur im irdischen Dasein relevant, vor allem wenn man hier kinderlos blieb.

Ägypten-Götter - Hathor - Göttin der LiebeManche vermuten, dass die Frauenfiguren in Hathors Heiligtümern primär darauf hindeuten, dass der nackte Leib der Stifterin einen Kindersegen im Sinne hatte.

Ein Fund stützt diese Deutung, den man in griechisch-römischer Zeit fand. Es handelt sich um eine Höhle, ein Heiligtum Hathors, worin sich eine riesige Statue einer nackten Frau befindet. Neben ihr steht eine wesentlich kleinere Frau, die aber kein Kind, sondern eine gereifte Frau darstellt. In der kleineren Statue glaubte man die Stifterin wieder zu erkennen, in der größeren die Göttin.

Beide Deutungen, Fruchtbarkeit und Erotik schließen sich nicht aus. Man ist nicht gezwungen, einen Widerspruch zu konstruieren. Des Weiteren bleibt zu beachten, dass aufgrund der enormen Ausbreitung ihres Kultes je nach Örtlichkeit recht unterschiedliche Schwerpunkte ihrer Verehrung gelebt wurden.

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