Ptah - ägyptischer Schöpfergott

ägyptischer Schöpfungsgott - PtahPtah ist einer der mächtigsten ägyptischen Schöpfungsgötter. Man fand eine Abschrift seiner Lehre. Sie war auf die Zeit datiert, wo Memphis zur Hauptstadt wurde (um die Wende zum Alten Reich).

Der Text beschreibt, dass alle Gottheiten, die in irgendeiner Form an der Schöpfung teilhatten, in Ptah Gestalt finden. Insgesamt handelt es sich um acht Formen von Ptah. Das erinnert sehr stark an die Urgottheiten der Achtheit von Hermopolis. Das war mit Sicherheit beabsichtigt.

Nun und Naunet werden namentlich erwähnt. Als Verkörperung von Nun und Naunet ist Ptah sowohl Vater als auch Mutter des Schöpfergottes Atum. Das bedeutet, dass die Neunheit von Heliopolis (On) aus ihm entstand. Ptah wird also in einer seiner acht Formen zum Herz und Zunge der Neunheit.

Erschaffen durch Verstand und Wort

Das Schwergewicht im Text wird darauf gelegt, dass Ptah nicht durch seinen eigenen Samen bzw. Körper die Schöpfung hervorbrachte. Er schöpft durch sein Herz und seiner Zunge. Er schafft also durch seinen Verstand und dem Aussprechen der Worte. Das, was er sich ausdenkt, wird durch sein Wort Wirklichkeit. Diese Art zu erschaffen ist im Gegensatz zum Geschlechtsakt, geistiger Art.

Damit unterscheidet er sich im Prinzip nicht von einem Zauberer. Der einzige Unterschied besteht darin, dass seine Wirkungen wesentlich weitreichender sind. Ptah gab dem Herzen und der Zunge Schöpfungskraft. Diese pflanzte er wiederum in jeden Organismus ein. Damit ist zweierlei garantiert:

  • Die permanente Verbindung zu den Schöpfungsanfängen.
  • Den Fortgang der Schöpfung.

Ptah wird schließlich selbst mit der Zunge und dem Herz identifiziert. Er offenbart sich also in jedem Wesen. Manche fechten diese Deutung an. Doch den alten Ägyptern war der Gedanke nicht fremd, dass göttliche Kräfte in Menschen fließen.

Erschaffen durch das Handwerk

Eine andere Art zu erschaffen war den Ägyptern viel vertrauter und daher beliebter. Man stellte sich den Akt der Schöpfung als ein handwerkliches Schaffen vor. Das Schöpfen ist also ein Formen, Bilden und Bauen. Ptah wird als "Bildner der Erde" verehrt. Er baute die gesamte Welt. Er baute sowohl Länder als auch Menschen, Tiere und Pflanzen. Er baute seinen eigenen Leib selbst auf, womit wieder Bezug auf den Schöpfungsanfang genommen wurde. Damit ist Ptah sein eigener Chnum, denn auch Chnum formte die Körper der Menschen auf seiner Töpferscheibe.

Ptah ist auch Herr der Kunst und Schutzgott des Handwerks. Das war er nicht von Anfang an, aber er hat diese Aufgabe früh übernommen. Ptah war Stadtgott von Memphis. Memphis stellte im Alten Reich eine Stätte der großen Kunst dar. Die Kunst wurde im Alten Ägypten eng mit religiösen Aktivitäten verknüpft. Die Priester wachten über ihre richtige Ausübung. Deshalb trugen die Hohepriester des Ptah den Titel "Oberster Leiter der Künstlerschaft".

Ptah selbst übt Kunst aus. Er entwarf Pläne und sorgte für ihre Umsetzung. Er baute die Tempelanlagen selbst. Ptah wurde zu einem Eigenschaftswort. Es wurde bei Göttern verwendet, die einer bildenden Tägigkeit nachgingen. Die Griechen setzten Ptah mit Hephaistros gleich, dem Bildner der Bildner und Töpfer der Töpfer.

Ein weiterer Artikel wurde zu ihm verfasst: Ptah - Allgott.

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