Ägypten-Götter - Chons - Sohn des Amun

Chons - Herr des Lichtes

Mit seinem Vater Amun und seiner Mutter Mut bildete Chons die Triade seiner Heimatstadt Theben.

Der ägyptische Gott Chons ist der Sohn des Amun. Das zog einige Verbindungen nach sich. Amun wurde mit Re identifiziert. Nach der Lehre von On ist Re der Vater des Schu. Insofern fließt Schu mit Chons zusammen. Chons-Schu nennt man ihn. Er übernimmt die Wesenszüge von Schu und wird zum Gott der Luft und zum Träger des Himmels.

Dadurch wird er für die Toten bedeutsam. Denn als Träger des Himmels kennt er den Weg zum Himmel, den eine Seele zurücklegen will. Darüber hinaus spendet er als Gott der Luft den Lebenshauch.

Später verschmilzt man Chons mit Re, was recht nahe liegt. Denn sowohl der Mond als auch die Sonne sind die Augen des Re. Der Mond ist die Sonne der Nacht. Bei beiden handelt es sich um Lichtgötter. So verband man mit der Verschmelzung den Tag mit der Nacht.

Chons frühe Verschmelzung mit Thot zu Chons-Thot, bildet die perfekte Ergänzung zu Chons-Re. Denn auch hier werden Tag und Nacht miteinander verbunden. Als Herr des Lichtes erleuchtet Chons-Re den Tag und als Chons-Thot die Nacht. Als eine Verbindung der Sonnen- und Mondscheibe lässt sich auch der Kopfschmuck des Chons begreifen. Die volle Scheibe wird als Sonne und die Sichel, auf der sie ruht als Mondscheibe verstanden.

Der Sonnengott und der Mondgott haben beide eine enge Verbindung zur Göttin der Maat. Thot als Mondgott ist der Schreiber der Maat. Re als Sonnengott ist der Vater bzw. der Sohn der Maat, der nach ihren Richtlinien den Weltlauf lenkt.

Gott der Heilung

Es gibt eine weitere Form des Chons, welche die Griechen Chespisichis genannt haben. Der Name bedeutet in etwa: "Chons, der Weisungen erteilt". Er stand damals im hohen Ansehen. Man fand an einem Denkmal in der Nähe seiner Kapelle eine Inschrift, die ihm für die Heilung einer schweren Krankheit dankte. Auch andere Inschriften zeugen von seiner Funktion als Heilgott und als jemanden, der die bösen Geister vertreibt.

Ägypten-Götter - Chons-ReliefAuch das passt gut zum Symbol des Mondes. Denn im damaligen Verständnis übte der Mond Einfluss auf körperliche Zustände aus, egal ob positiver oder negativer Art. Auch heute ist uns diese Verknüpfung nicht fremd. Die alten Ägypter nannten die Beulenkrankheit "Geschwulste des Chons".

Chons als Chons-Thot wurde aber auch um Hilfe angerufen, wenn es sich um Krankheitsfälle handelte. Man vermutet, dass Chespisichis eine Abspaltung des Mondgottes ist, in seiner Funktion als Gott der Heilung. Der Mond hat also sowohl heilerische als auch krankmachende Kräfte.

Es gibt noch einige Nebenkulte, die Chons genoss und mit anderen Göttern in eine engere Beziehung treten ließ. Die vielfältigen Verbindungen, welche Chons mit anderen Gottheiten einging, wirkten sich auf die Form seiner äußeren Darstellung aus. So gibt es Abbildungen, wo Chons mit Falkenkopf und Mondscheibe auf seinem Kopfe zu sehen ist und/oder ein hohes Federpaar als Kopfschmuck trägt. Hier erscheint er dann als Sonnengott oder Horus oder als Schu.

Ein weiterer Artikel wurde zu ihm verfasst: Chons - Gott des Mondes.

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